Dark Forest
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Der Placebo-Effekt

Es ist lange her, dass ich mich zu Wort gemeldet habe. Aber wenn man nichts sagen kann oder einfach kein guter Gedanke im Kopf herum schwirrt, verlier ich mich lieber im Alltag, bevor der Sinn des Blogs verloren geht. Nun, ich bin zurück, werte Gemeinde. So lasset uns die Welt erneut aus einem besonderen Blickwinkel betrachten.

 

Worüber ich derzeit nachdenke, ist eine Sache, die ich bei Kerner gesehen habe. Ein Mann, der sich von Licht ernährt. Und nur von Licht. 63 Jahre lang. Bis heute. Gut, wir reden von einem so genannten Magazin, das interessante Themen braucht, um ordentliche Einschaltquoten zu erzielen. Aber das ist hier Nebensache. Mir geht es um dieses "vom Licht leben", das mich doch stark verwundert. Denn dieser Mann ist ein Yogi, wie sich das nennt. Da springt einen doch schon der Ursprung der ganzen Sache ins Gesicht. Indien. Für mich das Zentrum der Esoterik.

Dann gibt es im asiatischen Raum noch Qi Gong. Eine Meditationsform, die man in Religionen aus der Region bereits eingebunden hat. Dabei ist es unerheblich, ob es sich dabei um Anhänger von Dao, Konfuzius oder Buddha handelt. Doch in dieser Geschichte gibt es auch das Phänomen des "vom Licht nähren". Hier heißt es BiGu. In meinen Augen Quatsch wie jede aus der Esoterik stammende Idee. Energieübertragung ist in allen Fällen das Zauberwort. Ob es den Yogi betrifft oder einen Anwender des BiGu, es nimmt doch jeder Energie von der Sonne auf. Physiker fassen sich an den Kopf, wenn sie darüber auch nur nach denken. Der Energieverlust, der auf dem Weg von der Sonne zur Erde vorhanden ist... ja, nee! Ist klar.

Aber kommen wir zum Titel. Ich rede absichtlich von einem Placebo-Effekt. Wenn ein Christ glaubt, sein Handeln wird von einem Gott gelenkt, handelt er dennoch so, wie er es tut. Das ist religiöser Glaube. Aber wenn ich mir ne weiße Pille einwerf, die nichts bewirkt und ich trotzdem glaube, dass das ne Ibuprofen 1000 ist, lieg ich trotzdem in irgendeiner Ecke und penn, während sich der Mitbewohner fragt, wie das bei billigen Smarties funktionieren soll. Nichts anderes als diese nichts bewirkende Pille ist für mich auch dieses BiGu. Irgendein Experte auf dem Gebiet erzählt von dem Kram und lässt seine Zuschauer dann die Augen schließen und sich entspannen, während er alte asiatische Lieder singt, die keine Sau versteht. Klar funktioniert das dann, wenn ich mir einreden lasse, dass ich Energie vom Redner empfange. Energieübertragung ist reine Esoterik und Einbildung. Da kann ich auch ein Glas Wasser trinken, nachdem ich überzeugt wurde, das wäre Wodka. Denn dann bin ich auch besoffen, selbst wenn kein Alkohol drin war.

Problem an der ganzen Sache ist, dass man im Vergleich zu Religionen wie Christentum oder Islam nicht zu 100% sagen kann, dass da was dran ist. Ein Christ kann wenigstens sagen, Jesus hat existiert, selbst wenn der dann weiterhin ein einfacher Mann war. Der Esoteriker kann nur behaupten, dass er mir gerade positive Energie übertragen hat. Woran merk ich das? Leucht ich jetzt? Oder bin ich jetzt überglücklich und ärger mich nicht mal über den Kollegen, der mich eigentlich sonst immer mit seiner Inkompetenz auf die Palme bringt?

Entschuldigung, aber das klingt eher nach Leichtgläubigkeit. Und ob man mir billige CDs zu überteuerten Preisen nach einer ohnehin schon kostenintensiven Veranstaltung andrehen will oder ob es nur weiße Smarties sind, die angeblich vor HIV schützen und trotzdem teurer sind als im Lidl, wo sie nur als Süßwaren verkauft werden, macht keinen Unterschied. Selbst wenn der Yogi kerngesund ist, sich zehn Tage lang unter ärztlicher Beobachtung beweist und wegen mangelnder Nahrungsaufnahme eben keinen Klogang braucht. In meinen Augen ist und bleibt das ein Placebo-Effekt, der von Einbildung abhängig ist. Aber Einbildung ist angeblich ja auch eine Bildung. Für mich bleibt Esoterik Geldmacherei am leichtgläubigen Volk der Menschheit.

24.1.11 09:56


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Pilgerfahrt

So, es ist beschlossene Sache. Ich werde irgendwann in meinem Leben meine eigene Pilgerreise antreten. Ich kenne meinen eigenen Jakobsweg. Eines Tages wird das eine Erinnerung für mich sein.

Der Mensch hat so seine Eigenarten. Entweder lebt er sein Leben, wie es ist, gewöhnt sich an die Welt im Laufe der Zeit und gibt metaphorisch den Löffel ab oder versucht sich auf irgendeine Art selbst zu finden, wieder zu sich zurück zu kehren oder anderen spirituellen Zielen zu folgen. Die Masse derer, die spirituell unterwegs sind, reist das meistens den Jakobsweg entlang. Sie folgen Jakobus' prophetischem Weg von überall in Europa nach Santiago de Compostela. Gut, wer das möchte und braucht, der soll sich nicht aufhalten lassen. Doch ich wandle nicht auf dem Pfad der Religion sondern wähle den Weg der Philosophie. Das bedeutet, dass mich mein Weg nach Süden führen wird. Ich werde Athen besuchen, nach Delphi reisen und Orte sehen, die für mich eine Bedeutung haben.

Der Witz an der Sache ist, dass der Jakobsweg auf einer Legende beruht, auf der Bibel und auf Überlieferungen anderer Art und dass die Menschen dahin laufen. Ich hingegen werde eine Reise antreten, die eines Autos bedarf und ihre Route von einem Buch erhält, das an sich von Spielkarten handelt. Nun, diesen Traum hatte ich schon lange, doch erst seit ein paar Tagen steht es jetzt fest. Grund ist, dass ich das Buch erneut gelesen habe und mich das neue Auffassen des Inhalts, den ich nicht weiter erläuter, nur in dem Streben bestärkt hat. Offen ist, ob ich diese lange Reise allein bestreite oder nicht. Vielleicht liegt diese Antwort in den Karten. Vielleicht aber auch nicht. Fest steht, dass meine Reise in Norwegen beginnen muss. Und es steht fest, dass ich diese Reise auch antrete. Selbst wenn es das Letzte ist, was ich tun sollte. Der Zahn der Zeit wird mich nicht aufhalten können.

5.9.09 02:39


Christ, der (Anhänger des Christentums)

Auch wenn es klingt, als wäre dies ein Eintrag in ein Buch über Lebewesen der Erde, dem ist nicht so. Aber für mich als Atheist ist der Christ ein Mensch, der mich verwirrt und Fragen bei mir hinterlässt, auf die es wohl keine Antwort geben wird. Die Fragen kamen mir auf, weil mir mal wieder Sofies Welt in die Hände fiel. Ok, ich wollte es einfach mal wieder lesen und habe es aus dem Schrank genommen. Na und? Ist das wichtig? Nein!

Aber die Fragen bleiben. Problem Nummer 1 habe ich mit Jesus selbst. Der von mir im März erwähnte Gottesdienst kam mir hierbei in Erinnerung. In Sofies Welt wurde Jesus als Gottes Sohn und Gott bezeichnet. Gut, man war der Ansicht, Gott sei im Menschen und der Mensch sei Gott. Doch bei dieser Predigt wurde Jesus als Gott bezeichnet. Er sei der zu Erden gekommene Gott. Doch in Amerika oder besser gesagt in den Vereinigten Staaten ist Jesus Gottes Sohn und mehr auch nicht. Das findet sich überall immer mal wieder. Jetzt frage ich mich allerdings, was ist Jesus jetzt wirklich? Gott selbst oder Gottes Sohn? Und wie kann eine Persönlichkeit ihr eigenes Kind sein, wenn Jesus Gott selbst war?

 

Eine andere Sache handelt von einem der 10 Gebote und der Russisch-orthodoxen Kirche. In diesem einen Gebot wurde damals noch den Juden verboten, sich von Gott oder der göttlichen Geschichte ein Bildnis zu machen. Das änderte sich erst, als das Christentum im kulturellen Europa landete. Also in Italien und Griechenland. Die Katholische Kirche und später auch die Evangelisten/Protestanten übernahmen die Sache mit den Bildern, während sich die Russisch-Orthodoxe Kirche an das Gebot hielt. Wer's glaubt, wird selig? Warum gibt es dann die so genannten Ikonen von Maria, Jesus, Petrus und wie die Heiligen der Christen alle heißen? Wenn solche Bildnisse angeblich von Gott verboten sind und man sich doch so sehr dran ält, warum gibt es dann diese Ikonen? Irgendwas ging da schief. Oder hier ist wieder diese Geschichte mit der Auslegung der heiligen Schriften anwesend (oder wie man das auch nennen will). Zumindest versteh ich das nicht so ganz.

 

Aber selbst wenn ich diese Fragen habe und sie unbeantwortet bleiben, ich glaube nicht an einen Gott. Wenn es so wäre, wäre ich Polytheist und würde an einen der alten, nordischen Götter glauben. Und ich bin fest davon überzeugt, jeder von uns ist in seinem Inneren ein bisschen Loki. Intrigant, ein Lügner und hinterhältig. Aber Loki ist ein andres Thema.

13.6.09 01:46


Bewegendes(?)

Die Welt bewegt sich! Der Mensch auch!

 

Ok, Scherz beiseite. Denn das waren Tatsachen. Unabhängig davon ist es auch eine Tatsache, dass ich einen evangelischen Gottesdienst besucht habe. Wer mich kennt, wird mir dies nie glauben, aber man tut so einige Dinge im Leben, deren Grund mit Gefühlen zu tun hat. Aber wo wir gerade bei dem Wort "glauben" sind, komme ich gleich zur Sache. Der Glaube an einen Gott oder an den Gott, wenn wir schon bei Christen bleiben, ist faszinierend. Mal abgesehen von einer Predigt, vor wem man denn Angst haben solle, über Jesus zu reden, gab es einen interessanten Lebensbericht eines älteren Paares. Sie hatte irgendeine Krankheit, bekam eines Tages keine Luft und musste in künstliches Koma versetzt werden. Hinzu kamen einige Transporte von einem Krankenhaus zum nächsten. Die Ärzte sahen eine geringe Chance für eine Erholung und nannten eben jene Erholung ein Wunder, als es passierte. Ihr Ehemann missionierte nebenbei zwar und betete für andere, aber das ist unwichtig.

Der interessante Teil daran ist eher, dass dieses Beten von ihm und der Gemeinde eben jener Glaube an Jesus ist, der die sprichwörtlichen Berge versetzt. Ja, das Bewegende ist erreicht. Ich kam etwas zum Grübeln und dachte darüber nach. Ob Glaube an Gott oder einfach nur, dass man an eine Wirkung glaubt, der Unterschied ist die Ansicht des Grundes. Wenn man eine Placebo-Pille schluckt und dann der festen Überzeugung ist, es wäre eine Partydroge oder helfe gegen Gelenkschmerzen, sowohl die Wirkung, die man sich erhofft bzw. die man eingeredet bekam, als auch die Schmerzstillung treten ein. Natürlich ist das für uns alltäglich und wir suchen vielleicht in einer höheren Macht den Grund dafür, aber allein die Tatsache, dass dieser psychologische Trick selbst mit Religion verbunden werden kann, fasziniert mich. Es ist, als wäre Gott existent und hätte seine Finger im Spiel. Glaube bewegt. Der Glaube versetzt Berge. Selbst wenn ich überzeugter Atheist bin, lässt sich das nicht abstreiten. Doch dieses Extrembeispiel hat mich bewegt. Es ist unglaublich, was Religion bewirken kann. Ob Gott, Tod, Allah oder eine andere Gottheit von Tausenden, wir haben eine Tatsache, die Menschen bewegt. Und das, liebe Freunde, ist, was zählt. Amen.

5.3.09 20:24


Sachen gibts

Es ist faszinierend, was in der heutigen Zeit möglich ist. DVD, BlueRay, MP3, Internet. Die Welt ist vernetzt. Und trotzdem gibt es sie noch. Alte Technologie. Wer kennt sie nicht. VHS, PC und Fernsehgerät in einem, Schallplatten. Gut, die Jungend von heute, die bereits via Bluetooth ihre Klingeltöne von einem Handy auf das des Freundes lädt, sicherlich nicht oder nur von Erzählungen.

Es gibt häufig noch Menschen, die solche Oldtimer verwenden oder einfach nur besitzen. Nur viel viele Menschen gibt es, die etwas mit einer Sache verbindet? Ich rede von menschen, die mit Leib und Seele an etwas hängen, wirklich aus ganzem Herzen, so schnulzig das auch klingt. Es gibt einen Film, genauer einen Zeichentrick, also ein Kinderfilm. Gerade dieser Film ist für mich wie ein Familienmitglied, so verrückt es klingt. Dieser Film (welcher es ist, ist eigentlich egal oder?) berührt mich immer wieder. Es war der erste Film, der mich so fasziniert hat. Ich rede von mir, als ich noch ein Kind war. Und ich meine, bei welchem Film heult man schon am Anfang, wenn man ihn zwar kennt, aber ihn schon seit Jahren nicht mehr gesehen hat? Ich muss sagen, ich steh zu dieser Tatsache. Es macht einen Menschen aus, Gefühle zu besitzen. Dass einem an einem Film, einem Buch oder woran auch immer etwas gerade in dieser Form liegt, hat aus meiner Sicht einen philosophischen Wert. Welchen Wert das hat, wird wohl jeder für sich entscheiden müssen. Selbst ich bin am Überlegen, welcher Wert das ist. Aber sowohl sentimental als auch philosophisch ist meiner Meinung nach etwas da.

26.8.08 22:28


Zusammenspiel

Wer hier liest, weiß eigentlich, dass dieser Ort der Ort meiner philosophischen Gedanken ist, wie auch immer ich sie verkleide. Ob ich als eine Art Priester zu denen spreche, die diesen Blog lesen, oder ob ich einfach nur meine Gedanken aufschreibe, ist ganz egal. Der eigentliche Sinn ist, dass ich meine Gedanken sammeln kann wie in einem Buch. Denn Daten sind sicherer als Papier. Sie gehen im Internet nicht so schnell verloren wie Zettel in einem Zimmer. Und ich muss leider sagen, dass selbst philosophische Gedanken eine Last sind, die ich hier ablegen kann. Ein Zusammenspiel zwischen Inhalt und Hintergrund.

Wie auch immer. Ich habe ein mieses Gefühl. Und das darf man sicher haben, wenn man in einem Alter um die 20 ist, den Führerschein vielleicht erst seit Monaten besitzt und wieder eine lange Strecke fährt, wobei es das 2. Mal sein kann. Wohlgemerkt alleine. Ich für meinen Teil halte dann die Tatsache, einen Organspenderausweis auszufüllen, für ein schlechtes Omen. Ein Zeichen, dass man für den Tod bereit ist, obwohl es nicht stimmt. Mir bereitet es einfach Unbehagen. Wird ja wohl erlaubt sein.

Doch seien wir mal ehrlich. Leben und Tod sind doch auch eine Art Zusammenspiel. Ohne das Eine gäbe es das Andere nicht und beides lebt sogar voneinander (was für ein Wortspiel). Alles, was existiert, geht irgendwohin. So ähnlich beschreibt es der Schauspieler Travolta in dem Film Phenomenon kurz vor dem Ableben seiner Figur. Also muss die Existenz doch mit dem Zerfall verbunden sein. Oder um es chemisch bzw. physikalisch auszudrücken, Atomverbindungen brechen auseinander, um wieder neu zusammen gesetzt zu werden. Das ist der natürliche Weg, den die Zeit voran treibt. Der Zahn der Zeit nagt bekanntlich an allem, was aus Materie besteht. Da fallen Gedanken und Phantasien schon raus. Der Teil, den wir Seele nennen.

Doch wie auch immer dieses Zusammenspiel zwischen Leben und Tod aussieht, wir werden es nie begreifen. Wir können unseren Tod nur nützlich für andere machen. Das höhere Wohl unterstützen, wenn man es so sagen will. Und wenn man eben einen dieser Organspenderausweise ausfüllen muss. So hat zumindest auch ein verfrühtes Ableben einen Sinn, auch wenn dieser Sinn makaber erscheint. Vielleicht ist es das, was uns Angst macht. Die Tatsache, dass wir selbst im Tode noch etwas bewirken, irgendwie nützlich sind. Zusätzlich zu der Angst, wie man sterben könnte. Ich muss ganz ehrlich sagen, wenn ich sterbe, dann ist es mein Schicksal. Aber ich möchte ganz sicher nicht aufgrund eines Verkehrsunfalls sterben, auch wenn das Schicksal entscheidet. Der beste Tod ist der, den man im Schlaf erlebt. So seh ich das. Doch das überlass ich jedem selbst.

21.5.08 23:11


Schlaf, Menschlein, schlaf

Kann sein, ich wiederhole mich. Kann sein, der Mensch an sich vergisst, was er einmal gesagt hat. Freunde, gerade Letzteres sieht man doch nur zu oft in der Politik. Es wird gesprochen, versprochen, das Blaue vom Himmel geredet, nur um alles wieder zu dementieren und sagen zu können, dies habe man nicht so gesagt oder gemeint.
Doch darum geht es mir nicht. Es geht darum, was ich hier erneut sage. Ich schlafe, obwohl ich wach bin und doch wach ich auch manchmal auf und bin doppelt wach. Ich gebe zu, dieser Augenblick der Erkenntnis kommt mir meist, wenn ich Gedanken anderer lese. So kann ich einen Roman über einen krebskranken Menschen lesen, der wach wurde, lesen und dann wach werden. Ich denke darüber nach.
Natürlich passiert es auch, dass ich erkenne, wenn ich einfach nur nachdenke. Dies würde ich nie widerlegen oder anzweifeln. Ich bin kein Politiker, der sich selbst anzweifelt! Noch bin ich ein Schüler von nun 18 Jahren. Ja, ich bin jung, unerfahren und weiß vielleicht mehr als einer unserer Dozenten, der auf seine 50 Jahre zu geht.
Wir schlafen unser Leben lang. Wenn wir geboren werden, sind wir hellwach. Doch die Gewohnheit, die Monotonie des Lebens macht uns mit dem Alter schläfrig. Nicht immer erwacht ein Mensch, wenn er wach ist. Nicht immer liest ein Kind ein Buch über Philosophie und fragt sich dann, woher es eigentlich kommt. (So habe ich es erlebt! Ob ihr es glaubt, ist mir recht gleichgültig.)
Man sagt, mit dem Alter kommt die Weisheit. Nur welchen Nutzen hat das Wissen vom 2. Weltkrieg, wenn man im Sterben liegt? Welchen Nutzen hat dann das Wissen, welches man sich in all den Jahren seines Lebens angeeignet hat? Nichts. Absolut gar nichts. Ich habe von dem Tode geweihten Menschen gelesen, die die Erkenntnis erlangten und mit 35 Jahren starben. Ich las von Liebespaaren, die sich selbst und den anderen fanden, obwohl sie beides als verloren glaubten.

 

Das Leben ist ein Theaterstück. Jeder Mensch ist ein Akteur im großen Stück der Weltgeschichte. Er betritt die Bühne, sieht sich um, um zu erkennen, dass er vielleicht von einem gigantischen Publikum beobachtet wird und gewöhnt sich erst daran, während er seine Rolle spielt. Und nur selten, so vermute ich, fängt der Akteur an, zu erkennen, dass er die Bühne bald oder gleich verlassen muss. Und dann, vielleicht dann fragt er sich "Woher kam ich, bevor ich auf die Bühne ging?" und "Wohin gehe ich, sobald ich die Bühne verlasse?"

 

Der Baum der Erkenntnis im Garten Eden bleibt
vielen verwehrt. Nur manche beißen vielleicht von etwas Fallobst ab oder essen es, sobald es hinter dem Gartenzaun auf dem trostlosen Stück Staub, das wir Leben nennen, landet und wartet, dass wir es finden. Das Paradies schrumpft und das sündige Leben nimmt mehr Platz ein. Der Baum der Erkenntnis stand einst im Zentrum. Nun steht er direkt am Gartenzaun. Und vielleicht tobte vor Edens Toren die Evolution, während Gott sieben Tage investierte, um die Welt, an die man glauben konnte, zu schaffen. Wir wissen es nicht. Wir schlafen, obwohl unsere Augen offen sind und wir arbeiten, lernen oder andere Dinge tun. Wir schlafen...

29.2.08 22:49


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