Dark Forest
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Schlaf, Menschlein, schlaf

Kann sein, ich wiederhole mich. Kann sein, der Mensch an sich vergisst, was er einmal gesagt hat. Freunde, gerade Letzteres sieht man doch nur zu oft in der Politik. Es wird gesprochen, versprochen, das Blaue vom Himmel geredet, nur um alles wieder zu dementieren und sagen zu können, dies habe man nicht so gesagt oder gemeint.
Doch darum geht es mir nicht. Es geht darum, was ich hier erneut sage. Ich schlafe, obwohl ich wach bin und doch wach ich auch manchmal auf und bin doppelt wach. Ich gebe zu, dieser Augenblick der Erkenntnis kommt mir meist, wenn ich Gedanken anderer lese. So kann ich einen Roman über einen krebskranken Menschen lesen, der wach wurde, lesen und dann wach werden. Ich denke darüber nach.
Natürlich passiert es auch, dass ich erkenne, wenn ich einfach nur nachdenke. Dies würde ich nie widerlegen oder anzweifeln. Ich bin kein Politiker, der sich selbst anzweifelt! Noch bin ich ein Schüler von nun 18 Jahren. Ja, ich bin jung, unerfahren und weiß vielleicht mehr als einer unserer Dozenten, der auf seine 50 Jahre zu geht.
Wir schlafen unser Leben lang. Wenn wir geboren werden, sind wir hellwach. Doch die Gewohnheit, die Monotonie des Lebens macht uns mit dem Alter schläfrig. Nicht immer erwacht ein Mensch, wenn er wach ist. Nicht immer liest ein Kind ein Buch über Philosophie und fragt sich dann, woher es eigentlich kommt. (So habe ich es erlebt! Ob ihr es glaubt, ist mir recht gleichgültig.)
Man sagt, mit dem Alter kommt die Weisheit. Nur welchen Nutzen hat das Wissen vom 2. Weltkrieg, wenn man im Sterben liegt? Welchen Nutzen hat dann das Wissen, welches man sich in all den Jahren seines Lebens angeeignet hat? Nichts. Absolut gar nichts. Ich habe von dem Tode geweihten Menschen gelesen, die die Erkenntnis erlangten und mit 35 Jahren starben. Ich las von Liebespaaren, die sich selbst und den anderen fanden, obwohl sie beides als verloren glaubten.

 

Das Leben ist ein Theaterstück. Jeder Mensch ist ein Akteur im großen Stück der Weltgeschichte. Er betritt die Bühne, sieht sich um, um zu erkennen, dass er vielleicht von einem gigantischen Publikum beobachtet wird und gewöhnt sich erst daran, während er seine Rolle spielt. Und nur selten, so vermute ich, fängt der Akteur an, zu erkennen, dass er die Bühne bald oder gleich verlassen muss. Und dann, vielleicht dann fragt er sich "Woher kam ich, bevor ich auf die Bühne ging?" und "Wohin gehe ich, sobald ich die Bühne verlasse?"

 

Der Baum der Erkenntnis im Garten Eden bleibt
vielen verwehrt. Nur manche beißen vielleicht von etwas Fallobst ab oder essen es, sobald es hinter dem Gartenzaun auf dem trostlosen Stück Staub, das wir Leben nennen, landet und wartet, dass wir es finden. Das Paradies schrumpft und das sündige Leben nimmt mehr Platz ein. Der Baum der Erkenntnis stand einst im Zentrum. Nun steht er direkt am Gartenzaun. Und vielleicht tobte vor Edens Toren die Evolution, während Gott sieben Tage investierte, um die Welt, an die man glauben konnte, zu schaffen. Wir wissen es nicht. Wir schlafen, obwohl unsere Augen offen sind und wir arbeiten, lernen oder andere Dinge tun. Wir schlafen...

29.2.08 22:49
 


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